Judenverfolgung im Nationalsozialismus

Die Schicksale jüdischer Einwohner Zepernicks (heute Ortsteil von Panketal) in der Zeit des Nationalsozialismus sollen nicht vergessen werden. Bereits in den 1990er Jahren widmete sich der Ortschronist Rolf Gerlach diesem Thema. Seinen Recherchen ist zu verdanken, dass das Thema nicht gänzlich im Dunklen blieb und für nachfolgende Generationen Zeitzeugenprotokolle zur Verfügung stehen.
Im Jahr 2005 hatte Martin Jehle dies als Grundlage genommen, in der Poststraße in Zepernick eine Stolpersteinverlegung zu initiieren.

Autor Walter Seger, Mitglied im örtlichen Geschichtsverein, brachte 2020 ein Buch heraus, in dem er die Schicksale und Leidenswege der Verfolgten, soweit möglich, nachzeichnet. Dabei konnte er auf die umfangreichen Recherchen von Rolf Gerlach und Martin Jehle zurückgreifen.
Vorgestellt wurde das Buch “Die jüdische Bewohner in Zepernick 1933-45” im Rahmen einer Lesung im November 2021, die von der “Kunstbrücke Panketal” veranstaltet und musikalisch umrahmt wurde.

Für die Veranstaltung, in der beispielhaft das Schicksal von vier Familien beleuchtet wurde, konnte man als Zeitzeugen auch Michael (Mike) Benning gewinnen, der mit seiner Familie aus den USA angereist war. Er wurde 1939 als Sachsjähriger mit zwei Geschwistern mittels Kindertransport nach England geschickt.
Die Bennings wohnten in der Goslarer Straße. Vater Wolfgang Benning (Journalist) wurde am 1. März 1943 in Berlin verhaftet und in Auschwitz ermordet. Mutter Anneliese Benning deportierte die Gestapo mit den drei jüngsten Kindern drei Monate später in das Konzentrationslager Theresienstadt. Sie und ihre drei Kinder überlebten die Torturen schwer krank und traumatisiert. Als Michael Mike Benning 1948, fast zehn Jahre später, in die alte Heimat zurückkehrte, war ihm seine deutsche Familie fremd. 1961 wanderte Mike Benning mit seiner amerikanischen Frau in die USA aus.

Mit Walter Seger, Martin Jehle und Bürgermeister Maximilian Wonke hatte es einen Vor-Ort-Termin vor Bennings Geburtshaus in Zepernick gegeben.

Auch an Margot Rakitin, geborene Meitner, die als Tochter eines Juden 1938 die “Kristallnacht” in Zepernick erlebte, wurde erinnert.

Dem mahnenden Erinnern soll auch durch weitere Stolpersteine zum Gedenken an Zepernicker Holocaust-Opfer Ausdruck verliehen werden. Der Panketaler Geschichtsverein „Heimathaus“ e.V. reichte den Vorschlag, Stolpersteine in Panketal zu verlegen, für das Bürgerbudget 2022 ein, und die Panketaler Bürger wählten den Vorschlag auf den 2. Platz. Am 10. Oktober 2022 findet die Verlegung der Stolpersteine statt.

Bei den „Stolpersteinen“ handelt es sich um eine Initiative des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Die Steine werden jeweils vor der letzten selbst gewählten Wohnadresse eines Holocaust-Opfers verlegt. Auf einem zehn mal zehn Zentimeter großen Messingblech werden unter der Überschrift „Hier wohnte“ der Name, Geburts- und Todesdaten sowie Hinweise zum Schicksal der Person eingraviert. Diese Metallplatte wird auf einem Stein befestigt, der dann in den Gehweg eingelassen wird und so den Vorübergehenden an dieses dunkle Kaptiel deutscher Geschichte erinnert.

Verfolgung im Nationalsozialismus – Letzte Zeitzeugen erinnern sich

Die beiden Zeitzeugen Margot Rakitin und Mike Benning berichten über die Judenverfolgung im Nationalsozialismus.
Video: Leo Templin

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